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Über Impathie zur Empathie


Wie wir über Impathie als Form der Selbstfürsorge empathischer werden können



Ja, du hast richtig gelesen- Es geht um IMPATHIE, ein Begriff, von dem ich bis vor Kurzen noch nie etwas gehört hatte. Je mehr ich mich in die Thematik einlese, destso mehr merke ich, dass es um kein "Hexenwerk" geht. Urvölker und Menschen mit achtsamen Ritualen tragen diese leise Kraft in sich, auf sich und auf ihren Körper und Geist zu hören.

Es gibt Momente, in denen wir funktionieren – aber uns selbst nicht mehr spüren.Wir reagieren, organisieren, halten durch. Und irgendwo auf dem Weg nach außen verlieren wir den Kontakt nach innen.

Impathie ist die Einladung, genau dort wieder anzusetzen.Nicht laut. Nicht fordernd. Sondern achtsam, ehrlich und mitfühlend.

Wenn wir wieder lernen, uns selbst zuzuhören

Impathie beschreibt die Fähigkeit, sich den eigenen Gefühlen, Gedanken und inneren Regungen zuzuwenden – ohne sie zu bewerten, ohne sie wegzudrücken, ohne sich von ihnen überwältigen zu lassen.

Man könnte sagen: Impathie ist Empathie mit sich selbst.

Sie ist kein Rückzug aus der Welt, sondern eine Rückverbindung zu uns selbst. Und oft der erste Schritt zu echter innerer Stabilität.

Vier Schritte nach innen

Impathie ist kein abstraktes Konzept. Sie zeigt sich in einem inneren Prozess : ruhig, klar und zutiefst menschlich. Impathie ist Beziehungsgestaltung zu sich selbst.

Wahrnehmen

Alles beginnt mit dem Spüren.Mit dem Moment, in dem wir innehalten und wahrnehmen: Was ist gerade in mir los? Gefühle, Gedanken, ein Druck im Brustraum, ein Kloß im Hals – nichts muss sofort verstanden werden. Es reicht, da zu sein.

Metaposition

Im nächsten Schritt entsteht Abstand.Nicht, um Gefühle zu verdrängen, sondern um sie aus einer inneren Beobachterrolle betrachten zu können.So entsteht Raum zwischen mir und dem Gefühl.

Verstehen

Aus diesem Raum heraus wächst Verständnis. Warum taucht dieses Gefühl auf? Was will es mir zeigen?Impathie bedeutet, sich selbst neugierig zu begegnen; nicht kritisch.

Annehmen

Der vielleicht wichtigste Schritt ist die Annahme.Gefühle müssen nicht „richtig“ sein, um da sein zu dürfen.Impathie heißt, sich selbst in der eigenen Erfahrung willkommen zu heißen.

Impathie ist nicht Selbstmitleid

Ein häufiges Missverständnis der Impathie ist, sich in Gefühlen zu verlieren oder im Selbstmitleid zu versinken.

Im Gegenteil. Sie schafft Halt, Klarheit und Selbstregulation.

Während Empathie nach außen gerichtet ist – auf das Erleben anderer – richtet sich Impathie nach innen:

Ich nehme mich selbst wahr. Ich verstehe mich. Ich halte mich.

Diese innere Beziehung bildet die Grundlage für echte Verbundenheit mit uns selbst und anderen.

Ein Moment aus dem Alltag

Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl:Ein Gespräch, eine Situation und plötzlich sitzt da ein Kloß im Hals.

Impathie bedeutet, diesen Moment nicht zu übergehen.

Stattdessen:

  • innehalten

  • das Gefühl wahrnehmen

  • einen kleinen inneren Abstand schaffen

  • sich fragen: Was steckt dahinter? Trauer? Überforderung? Abschied?

Und dann: sich selbst durch einen stillen Moment unterstützen; vielleicht durch ein paar geschriebene Worte.,vielleicht einfach durch Mitgefühl für sich selbst.

Die Entdeckung der Impathie

Die Psychologin Dr. Stefanie Neubrand stellte sich in ihrer Forschungsarbeit eine zentrale Frage:

Wenn Empathie Voraussetzung für Mitgefühl ist – was braucht dann Selbstmitgefühl?

Ihre Antwort: Impathie.

Auf dem Resilienz‑Kongress 2023 gab sie Einblicke in ihre Forschung und machte deutlich, welche Bedeutung Impathie für psychische Gesundheit, Selbstwirksamkeit und Resilienz hat – und dass sie gezielt trainierbar ist.

Sich selbst wieder begegnen

In einer Welt, die ständig nach außen zieht, verlieren viele Menschen den Kontakt zu ihrem inneren Erleben. Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Handeln driften auseinander. Manche beschreiben diesen Zustand als innere Taubheit oder ein Gefühl, neben sich zu stehen.

Impathie wirkt dem entgegen.Sie lenkt die Aufmerksamkeit bewusst nach innen : Schritt für Schritt.

Dr. Neubrand beschreibt diesen Prozess als eine Orientierungshilfe für eigene Reaktionen und Verhaltensweisen.In dem Moment, in dem wir uns selbst wahrnehmen, entsteht ein „Ich“, das erlebt und ein „Mich“, das beobachtet.

Zwischen beiden entsteht Raum. Und in diesem Raum wächst Handlungsfähigkeit.

Impathie als stille Resilienz

Resilienz bedeutet nicht, immer stark zu sein.Sie bedeutet, flexibel, verbunden und handlungsfähig zu bleiben; auch in schwierigen Zeiten.

Impathie ist dabei ein leiser, aber kraftvoller Resilienzfaktor. Sie stärkt:

  • emotionale Stabilität

  • mentale Klarheit

  • seelische Verbundenheit

  • körperliche Selbstwahrnehmung

Kurz: Impathie hilft uns, mit uns selbst in Beziehung zu bleiben – gerade dann, wenn es herausfordernd wird.

Wege zu mehr Impathie im Alltag

Impathie lässt sich kultivieren. Zum Beispiel durch:

  • achtsame Selbstreflexion

  • bewusste Rituale und Routinen

  • Körperwahrnehmung (Embodiment)

  • innere Perspektivwechsel

  • Worte, die trösten statt antreiben

  • Hilfe annehmen

  • sich selbst Halt geben

Es sind oft die kleinen Gesten nach innen, die große Wirkung entfalten.

Impathie erinnert uns daran, dass Bindung nicht nur im Außen entsteht.Sie beginnt in der Beziehung zu uns selbst.

Gerade in Krisenzeiten schenkt sie Halt. Und mit Blick auf kommende Herausforderungen hilft sie uns, resilient, verbunden und menschlich zu bleiben.


Manchmal braucht es einen geschützten Raum, um sich selbst wieder näherzukommen.Einen Ort, an dem du nichts leisten musst, sondern einfach sein darfst.

Das Resilienz Camp am 06.04.2026 lädt dich ein, Impathie, Selbstmitgefühl und innere Stabilität ganz praktisch zu erfahren – in Verbindung mit dir selbst und anderen.


Alle Infos & Buchung:www.wirksam.org

Es grüßt dich wirksam, deine Anja

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